• Ungarisches Theatermuseum und Institut

 

Das Ungarische Theatermuseum und Institut ist ein öffentliches Museum speziell zur Dokumentation aller Aspekte des ungarischen Theaterlebens und zur Förderung allerlei theatergeschichtlichen Forschungen im Rahmen des regionalen (mitteleuropäischen) und europäischen Theaterlebens. Unser Ausstellungsort, das Gizi Bajor Schauspielermuseum zeigt eine Dauerausstellung über die ungarische Theatergeschichte und eine Reihe von temporären Ausstellungen zu verschiedenen Aspekten des ungarischen und internationalen Theaterlebens. Theaterforschern stehen eine Fachbibliothek, eine online Datenbank und 12 verschiedene Sammlungen - die das ungarische Theaterleben vollständig und aus jedem möglichen Sichtpunkt vorstellen - zur Verfügung. Viele unserer Wanderausstellungen sind im Ausland eingeladen und wir legen einen großen Wert auf die internationale Zusammenarbeit: gemeinsame Forschungsprojekte mit unseren regionalen Partnerinstituten aus Mitteleuropa, mit den V4-Ländern (Theaterarchitektur - TACE, PACE.V4 Rahmenprogramm, Symposien über Theatermuseology, Theatersysteme und die soziale Rolle des Theaters) und Partnern aus wieterem Europa (ECLAP – European Collected Library of Artistic Performance, STEP - Projekt der europäischen Kinosysteme, PQ Prague- Quadriennal). Unser Puppenarchiv und Tanzarchiv sind zwei unserer komplexesten Sammlungen, je mit einer speziellen internationalen Wert. 

Die Anfänge…

Das Museum für Theatergeschichte in Ungarn wurde 1952 zur Unterstützung der Forschung und wissenschaftlicher Ausarbeitung der ungarischen Theatererbe gegründet. Die Mission des Instituts war die zeitgenössischen Theatermacher zu unterstützen mit Erinnerung auf die Theatervergangenheit, und mit der Darstellung des Theaters der vergangenen Jahrhunderte an Theaterliebhabern. Regisseur und Theaterhistoriker Ferenc Hont wurde zum ersten Direktor des Museums gewählt. Die Sammlungen wurden fast von Grund auf zusammengestellt, aber dank dem beruflichen Ruhm der Forscher am Institut (Mihály Cenner, Géza Staud, Tekla Dömötör und Hilda Gobbi) wurden viele Dokumente und Ressourcen der ungarischen Theatergeschichte “angezogen”.

Das Museum war und ist immer noch, eine einzigartige Sammlung von Artefakten und Erinnerungsstücken des ungarischen Theaterlebens. Es wurde im Jahre 1953 mit einer neuen Lokation reicher, mit der Gizi Bajor Gedenkstätte, wie es damals genannt wurde. Das Museum war 1969 zum Ungarischen Theaterinstitut umbenannt. Wie der Namenwechsel zeigt war es als Basislager der ungarischen Theaterforschung gemeint: um Forschungen zu koordinieren, Dokumente von Theateraufführungen sorgfältig zu sammeln und eine konstante und lebendige Verbindung mit dem ungarischen und internationalen Theatergemeinden zu halten. Die Leitung des Instituts strebte an die besten Fachleute für Mitarbeiter zu gewinnen. Die umfangreiche Sammlung wurde 1970 in verschiedene Teilsammlungen aufgeteilt so wurde das Fotoarchiv, die Kunstsammlung, die Sammlung von Memorabilien, das Manuskriptarchiv, das Szenografische Archiv, das Plakatarchiv, die Topographische Sammlung und die Audiosammlung geboren. Im Jahre 1973 wurde die Puppensammlung auch eine selbststehende Einheit, die jetzt die einzige öffentliche Sammlung der ungarischen künstlerischen Puppentheatergeschichte ist. Der Verband der Ungarischen Tänzer war gezwungen seine reiche Sammlung in der Mitte der 1980er Jahre zu verschenken. Diese bildete die Grundlage des neuen Tanzarchivs, die bald die wichtigste Ressource der Forschung in der ungarischen Theatergeschichte wurde und ist auch heute die einzige öffentliche Tanzsammlung im Lande. Mit der Verbreitung der Videotechnologie fing das Institut ein systematisches Sammeln im Jahre 1987 an: von da an waren die wichtigsten Ressourcen der theatergeschichtlichen Forschung die Videoaufzeichnungen von Theateraufführungen. Wir verfügen nicht nur über die Kopien von Aufnahmen von Aufführungen des Ungarischen Fernsehens, sondern das Institut hat auch über hundert eigene Aufzeichnungen selbst gedreht. Die Einrichtung wurde erneut im Jahre 1991 umbenannt und bekam den Namen Ungarisches Theatermuseum und Institut (Ungarisch: OSZMI, Englisch: HTMI, Hungarian Theater Museum and Institute). Dieser neue Name hebt auch die museologische Tätigkeit hervor. Das OSZMI ist nach seiner Gründungsurkunde ein  Fachmuseum an nationaler Reichweite und das Schauspielermuseum Gizi Bajor ist sein dauerhafter Ausstellungsort.

Share